FEMINISTISCHE VERANSTALTUNGSREIHE

Beschluss des 41. Landesjugendtreffens am 11.04.2026 in Erfurt.

Der Landessprecher:innenrat wird beauftragt, innerhalb der nächsten 12 Monate eine Veranstaltungsreihe zum Thema Feminismus zu organisieren. Diese Reihe soll zur feministischen Grundlagenbildung innerhalb der Basis beitragen.
Dabei soll versucht werden die Veranstaltungen so gut wie möglich in den unterschiedlichen Basisgruppen durchzuführen.
Um der Basis die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit zu geben, wird hierfür eine Arbeitsgruppe  gegründet, die die Veranstaltungen mit Zusammenarbeit des Landessprecher:innenrates plant und auf dem nächsten Landesjugendtreffen vom Stand berichtet.

FREIER SIND KEINE GENOSSEN. FÜR EIN SEXKAUFVERBOT FÜR MITGLIEDER!

Beschluss des 41. Landesjugendtreffens am 11.04.2026 in Erfurt.

Sexkauf ist mit unserem feministischen und emanzipatorischen Selbstverständnis nicht vereinbar, da es ein Ausdruck patriarchaler Machtverhältnisse und struktureller Gewalt ist. Daher lehnen wir Sexkauf prinzipiell ab.
Mitglieder, die wissentlich und willentlich sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung in Anspruch nehmen, verstoßen gegen die Grundwerte der Linksjugend [’solid] Thüringen und können mit Ordnungsmaßnahmen bis hin zum Ausschluss belegt werden.

Die Linksjugend-Delegation beauftragt auf der nächsten Tagung des Landesparteitages einen inhaltlich gleichen Antrag zu stellen.

FEMINISTISCHER LEITFADEN

Beschluss des 41. Landesjugendtreffens am 11.04.2026 in Erfurt.

Hier Downloaden

ZALANDO ERFURT: KONZERNE ZITTERN – WIR STEHEN AN DER SEITE DER KÄMPFENDEN!

Beschluss des 41. Landesjugendtreffens am 11.04.2026 in Erfurt.

Zalando plant die Schließung seines Logistikzentrums in Erfurt. Rund 2.700 Beschäftigte stehen damit vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. 
Der Konzern begründet die Entscheidung mit angeblich zu hohem Sanierungsaufwand und einer strategischen Neuausrichtung des europäischen Logistiknetzwerks. 
Wir halten diese Begründung für vorgeschoben.

Zalando hat seit 2012 rund 22 Millionen Euro Fördermittel vom Land Thüringen erhalten und konnte seine Gewinne zuletzt stark steigern. Allein im Jahr 2025 wuchs der Umsatz um 16,8 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. Trotz dieser wirtschaftlichen Stärke plant der Konzern nun, sich aus dem Standort Erfurt zurückzuziehen und tausende Beschäftigte zu kündigen.
Der zeitliche Zusammenhang ist dabei sehr auffällig. Kurz nachdem sich die Belegschaft gewerkschaftlich zu organisieren begann, für einen Tarifvertrag kämpfte und Warnstreiks durchführte, wurde die Schließung angekündigt.

Es ist offensichtlich, dass Zalando den Standort gezielt aufgeben will, weil sich die Beschäftigten zu organisieren begannen und das unter besonders schwierigen Bedingungen, da viele von ihnen als Leiharbeiter:innen beschäftigt sind.

Der Osten und seine Fördermittel wurde als Sprungbrett genutzt und nun, da die Menschen dort für ihre Rechte eintreten, einfach fallengelassen.

Besonders dramatisch ist die Situation für migrantische Beschäftigte, deren Aufenthaltsstatus an ihre Erwerbstätigkeit geknüpft ist. Für sie bedeutet der Verlust des Arbeitsplatzes nicht nur soziale Unsicherheit. Die Schließung und damit verbunden den Verlust des Arbeitsplatz, kann zur Abschiebung der Menschen führen.

Die Schließung des Zalando-Standorts in Erfurt ist natürlich kein Ausrutscher oder Einzelfall. Sie ist ein Symptom kapitalistischer Wirtschaftslogik: Profitmaximierung auf Kosten von Menschen. Ein Konzern, der Fördermittel der öffentlichen Hand in Anspruch nimmt, Rekordgewinne einfährt und gleichzeitig Beschäftigte entlässt, sobald diese sich organisieren, macht deutlich: Die Interessen der Beschäftigten und die Profitinteressen des Konzerns stehen in unauflösbarem Widerspruch.

Solange Beschäftigte keine echte Entscheidungsgewalt über den Betrieb haben – Über die Investitionen, Standortentscheidungen, Arbeitsbedingungen –, bleibt ihre Position strukturell schwach. Was in Erfurt passiert, wäre nicht möglich gewesen, hätten die Arbeiter*innen von Anfang an die Kontrolle über den Betrieb innegehabt.

Für uns ist klar: Das ist kein Fehler im System. Was bei Zalando in Erfurt passiert, ist keine Ausnahme. Es ist die Logik des Kapitalismus, die sich zeigt.

Deshalb kämpfen wir nicht um irgendwelche Korrekturen, sondern für eine Gesellschaft, in der Produktion nach Bedürfnissen und nicht nach Profiten organisiert wird.

Das bedeutet konkret, dass Beschäftigte nicht nur ein Mitspracherecht bei der Frage einer Schließung haben, sondern sie müssen die Entscheidungsgewalt über den laufenden Betrieb insgesamt erhalten. Über Arbeitszeiten, Auftragsvergabe, Investitionen und Löhne. Nicht als Ausnahme in der Krise, sondern als Normalzustand.

Und dieser Konflikt zeigt: Wenn Arbeiter:innen sich organisieren, bekommen Konzerne Angst. Das ist kein Zufall, sondern der Beweis, dass kollektive Gegenmacht möglich ist. Selbst dort, wo Leiharbeit, Prekarität und Sprachbarrieren gezielt eingesetzt werden, um Solidarität zu verhindern.
Zalando hat Angst. Ein Grund mehr, weiterzukämpfen.

PALÄSTINASOLIDARITÄT MUSS PRAKTISCH WERDEN

Beschluss des 41. Landesjugendtreffens am 11.04.2026 in Erfurt.

Die Linksjugend [’solid] Thüringen versteht sich als internationalistische Jugendorganisation. Angesichts des Genozids, der anhaltenden Gewalt und humanitären Krise in Palästina reicht es nicht aus, Solidarität nur zu bekunden, sie muss praktisch werden!

Deshalb rufen wir die Basisgruppen im Kleinen sowie den Landesverband im Großen dazu auf, vielfältige Formen praktischer Solidarität zu entwickeln und umzusetzen. Dazu zählen beispielsweise die Organisation von Soliabenden, Bildungsveranstaltungen, Kundgebungen, Demonstrationen sowie weiteren kreativen Aktionsformen, die auf die Situation in Palästina aufmerksam machen und zur Gewinnung konkreter Unterstützung genutzt werden können.

Darüber hinaus wird der Landesverband beauftragt, eine größere Soliparty mit inhaltlichem Input zum Thema Palästina zu organisieren. Diese Veranstaltung soll politische Bildung mit konkreter Solidarität verbinden und einen Raum für Austausch, Vernetzung und Mobilisierung schaffen. Mögliche Spenden, die gegebenenfalls im Zuge von Veranstaltungen zusammenkommen, sollen an die Organisation Standing Together gespendet werden.

Die Auswahl möglicher Bündnispartner:innen für eine derartige Veranstaltung obliegt dem Organisationsteam in enger Absprache mit dem Landessprecher:innenrat (LSPR) und erfolgt auf Grundlage der Beschlusslage der Linksjugend [’solid] Thüringen.

FÜR EINEN SELBSTBESTIMMTEN FRIEDEN IM IRAN

Beschluss des 41. Landesjugendtreffens am 11.04.2026 in Erfurt.

Dass man mit Bomben keinen Frieden stiftet, ist mit einem Blick in die Geschichte des letzten Jahrhunderts deutlich erkennbar. Und doch wurde Iran am 28.02.26 völkerrechtswidrig von den USA und Israel angegriffen. Die USA selbst betonte ausdrücklich, dass es sich bei dem Angriff nicht um eine „nation building mission“ handele. Selbst das hält Deutschland nicht davon ab, weiterhin von einer Befreiung zu reden, die sowohl völkerrechtlich komplex sei, was sie nicht ist, als auch moralisch notwendig, was erneut eine spannende Auslegung des Wortes Moral von deutscher Seite aufzeigt.

Während israelisches Vorgehen im Iran von Deutschland bereits 2025 damit legitimiert wurde, dass endlich „die Drecksarbeit“ für uns gemacht würde, sprechen die Angreifer selbst von einem (erneuten) Befreiungsangriff zugunsten der zivilen Protestbewegungen. Diese richteten sich seit Anfang 2026 vor allem gegen die Regierung des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian und die geistliche Führung des Landes. Dieser wird vorgeworfen, staatliche Mittel zur Unterstützung bewaffneter Gruppen in den palästinensischen Gebieten, im Libanon und im Jemen einzusetzen, welche ebenfalls von Israel angegriffen wurden, statt die eigene Bevölkerung zu versorgen, welche sich in einer Wirtschafts- und Versorgungskrise wiederfindet. Zur Unterstützung dieser greifen die USA und Israel bis heute Infrastruktur, Industriegebäude und auch zivile Gebäude, darunter die Shajarah-Tayyebeh-Grundschule für Mädchen in Minab, an.

Die Bevölkerung und vor allem die Frauen in Iran werden sowohl vom iranischen Regime als auch den USA und Israel ausgespielt, während sie sich in Schutzbunkern sammeln müssen. Die Reaktionen der Bevölkerung sind, wie so oft, ambivalent. Teile der Gesellschaft unterstützen das Regime in Krisenzeiten umso mehr und sammeln sich hinter diesem (sog. Rally-Behind-Effekt). Andere Teile haben weiterhin große Angst vor dem iranischen Regime, und Proteste sind unter diesen Umständen kaum möglich.

International wird immer wieder der Sohn des Schahs Reza Pahlavi als Oppositionsführer und zukünftiger Anführer von Iran angeführt. Der Zweck, westliche Interessen im Nahen Osten zu decken, überschreibt selbst die blutige Herrschaft und den insbesondere antikurdischen Rassismus des Schahs Pahlavi. Eine Kontinuität dieser Politik erkennt man daran, dass der Kronprinz bis heute immer wieder die kurdische Identität kleinredet oder gar als spalterisch, separatistisch darstellt. Dazu kommt, dass er sich nie von den Verbrechen seines Vaters distanziert hat. Für politische Verfolgung, Folter und Ermordung von Feinden der Monarchie werden keine Worte der Verurteilung gefunden. Daher ist es kein Wunder, dass Pahlavi innerhalb des Irans keine Stimme der Mehrheit sein kann, geschweige denn eine Stimme der Opposition. Es zeigt sich: eine Befreiung und Selbstermächtigung der progressiven Kräfte im Iran können nicht von außen kommen!

Wir fordern, dass die zivile Protestbewegung und progressive Gruppen innerhalb von Iran als zukünftige politische Kraft ernstgenommen werden. Die Losung „Jin, Jiyan, Azadî“ der Frauenbewegung zeigt einen Weg nach vorne auf, der die brutale, islamistische Herrschaft zerstört und danach nicht zurück auf ein monarchistisches Patriarchat fällt.

Wir verurteilen das islamistische Regime in Iran als von Grund auf inkompatibel mit unseren Werten, insbesondere die brutale Gewalt an und systematische Unterdrückung von Frauen und Queers, den Krieg gegen die eigene Bevölkerung aber auch über die Grenzen von Iran hinaus durch Geiselnahmen, Folter und Cyberangriffe als Formen einer hybriden Kriegsführung neben Bomben. Wir warnen scharf vor der Einflussnahme des iranischen Regimes auf Deutschland, zum Beispiel durch Botschafter*innen, und lehnen diese ab. Darüber hinaus ist einer Grundpfeiler dieses Regimes der Antisemitismus und die Vernichtung des Staates Israel, so werden die Protokolle der Weisen von Zion vom Regime verbreitet und hat in seiner Hauptstadt eine Uhr aufgebaut, die zum Ende des Staates Israels runterzählt.

Den Weg hin zur tatsächlichen Befreiung unterstützen weder Israel noch die USA, die immer eigene Sicherheitsinteressen und neokolonialistische Ziele priorisieren werden. Deshalb gilt unsere Solidarität nicht einem Staat, sondern der Bevölkerung des Irans, welche in den letzten Jahren die islamistische Herrschaft als auch wiederholte Angriffe durch die USA und Israel durchgestanden haben.

Nein zur Islamischen Republik!
Nein zu den USA und Israel!
Nein zum Schah!
Frau, Leben, Freiheit!

GEMEINSAM WIRKMÄCHTIGKEIT VERGRÖßERN STATT GEFÄHRDEN!

Beschluss des 41. Landesjugendtreffens am 11.04.2026 in Erfurt.

Es reicht nicht, in der eigenen Suppe zu löffeln. Während Klasse als Kategorie
und Selbstverständnis kaum mehr vorhanden in der Gesellschaft ist, machen wir als
Verband vor allem eins gut: uns mit uns selbst beschäftigen. Dabei müssen wir als Teil
der demokratisch-sozialistischen Bewegung die Gesellschaft gegen unsere
Ausbeuter:innen in Stellung bringen. All die Menschen, die täglich von ihren
Arbeitgeber:innen ausgebeutet werden – ob im Großkonzern oder im kleinen
Familienbetrieb – oft ohne es zu wissen oder benennen zu können. Frauen, die den
Großteil der reproduktiven Arbeit schultern: unsichtbar, gesellschaftlich abgewertet
und meist ohne jede Entlohnung. Migrantisierte Menschen, die systematisch in
prekarisierten Sektoren gedrängt werden und dem Kapitalismus als Reservoir billiger
Arbeitskraft dienen. Sie alle – wir alle – werden vom kapitalistischen System
entmenschlicht, ausgebeutet und gegeneinander ausgespielt.
Es braucht die geeinte Kraft der sozialistischen Bewegung und den Willen der
Unterdrückten und Ausgebeuteten, um den Kapitalismus zu überwinden. In dieser
revolutionären Tat nehmen wir eine besondere Rolle ein.

Als Jugendverband sind wir ein Ort der politischen Sozialisation für junge Menschen.
Oft sogar der erste. Für sie sind wir nicht nur der erste Berührungspunkt mit linker
Politik und Praxis, sondern ein Ort, an dem sie die Wirksamkeit ihres Engagements
erlernen und erfahren können. Wir beschäftigen uns im Jugendverband mit Utopien, der
Frage was wir mit einer befreiten Gesellschaft verbinden oder was demokratischer
Sozialismus konkret bedeutet. Bei uns erlernen Schüler:innen, Auszubildende und
Studierende neue Konzepte und eigene Ideen auszuprobieren sowie Theorie und Praxis zu
verbinden. Sie lernen über politische Theorie, die Geschichte der
Arbeiter:innenbewegung und sind zeitgleich bei Demos, Blockaden, Besetzungen und
Stadtteilarbeit dabei. Sie knüpfen außerdem Kontakt zu Bewegungen, engagieren sich in
Bündnissen, lernen wie man die Menschen vor Ort in den vierteln organisiert und
lernen gute Verbindungen über der Partei hinaus aufzubauen.
Als parteinaher Jugendverband treten wir nicht direkt zu Wahlen an und haben deswegen
ein gesellschaftliches und weniger parlamentarisches Politikverständnis.
Wir wollen in die gesellschaftlichen Verhältnisse eingreifen und sind Plattform für
antikapitalistische und selbstbestimmte Politik. Wir verstehen uns als Teil
emanzipatorischer Bewegungen. Politische Bildung, der Eintritt in eine politische und
kulturelle Offensive von links und die politische Aktion stehen dabei im Mittelpunkt
unserer Tätigkeit im Jugendverband.

Zusammenfassend haben dieses Selbstverständnis und Tätigkeitsbereich nicht nur
mehrere Bundeskongresse beschlossen, sie sind auch in unserer Satzung, der Verfassung
unseres Jugendverbandes, formuliert.

Wir sind oftmals Erstpolitisierungsort – nach uns sind Genoss:innen in verschiedenen
anderen Strukturen aktiv und naturgemäß beschäftigen wir uns als Jugendverband damit
mehr mit Grundlagenarbeit als mit Spezialisierung. Diese Bildungsarbeit ist auch
teuer. Aber sie darf nicht als unwirksam abgestempelt werden. Als handlungsfähige und
gebildete Sozialist:innen sind wir geeint und gemeinsam für die Organisation
gesellschaftlichen Wandels weitaus wichtiger und wirksamer als vereinzelte Menschen
im Internet. Die Kontakte und Eindrücke, die wir durch unsere Bündnisarbeit
hinterlassen, wirken länger nach als die flüchtige Aufmerksamkeit im Netz – und genau
darin liegt unsere Stärke: Wirksam sind wir dann, wenn unsere Arbeit mehr
Sozialist:innen hervorbringt, die gesellschaftlichen Wandel organisieren können,
nicht als Produkt von Indoktrination, sondern als Ergebnis kritischen Denkens und
eigener Überzeugung.

Zur Realität gehört auch, dass wir als Verband unserem eigenen Anspruch – durch
Kampagnen, politische Aktion und Bündnisarbeit in gesellschaftliche
Kräfteverhältnisse einzugreifen – oftmals leider nicht gerecht werden.
Angesichts der Größe und der materiellen Möglichkeiten des Jugendverbandes ist dieser
Zustand nicht länger tragbar. Unsere Handlungsfähigkeit in diesem Bereich wird
zusätzlich geschwächt, wenn wir uns – wie derzeit auf Bundesebene zu beobachten –
durch unterkomplexe Beschlüsse und Statements spalten und zerstreiten und damit die
Finanzierung des Verbandes gefährden. Davon ist unser Landesverband noch weit
entfernt, und das soll auch so bleiben. Denn auf Bundesebene stellt sich die Lage
anders dar und das ist kein akzeptabler Zustand.

Insgesamt mangelt es an ausgebildeten Funktionär:innen, die länger im Verband wirken
und die großen Potentiale unserer Organisation zum Eingreifen in die
gesellschaftlichen Verhältnisse über politische und kulturelle Aktion nutzt.
Wir als Jugendverband haben eine Scharnierfunktion zwischen der Bewegung und der
Linken als Partei, und müssen zeigen, dass gesellschaftliche Veränderung nicht im
Parlament anfängt.

Wir arbeiten an der Veränderung des gesellschaftlichen Diskurses, denn ohne
gesellschaftliche Mehrheiten und kulturelle Hegemonie kann keine Partei erfolgreich
sein.
Wir erinnern unsere Genoss:innen in der Partei daran, dass eine sozialistische Partei
kein Wahlverein, sondern gesellschaftliche Partei sein bedeutet.
Eine Vision einer radikal besseren Zukunft und Hoffnung auf eine befreite
Gesellschaft.
Denn eine Bewegung, die nur in sich selbst kreist, verändert nichts – aber eine, die
die Gesellschaft organisiert, verändert alles.

VERPFLICHTENDE VERANSTALTUNGEN IM LÄNDLICHEN RAUM

Beschluss des 41. Landesjugendtreffens am 11.04.2026 in Erfurt.

Der Linksjugend [‘solid] Landesverband Thüringen wird beauftragt, seine Arbeit und Präsenz im ländlichen Raum verbindlich zu stärken und strukturell abzusichern.
Sinn und Ziel öffentlichkeitswirksamer Arbeit und Veranstaltungen der Linksjugend [‘solid] liegen nicht in der Selbstbespaßung, sondern dienen dazu, die politischen und gesellschaftskritischen Positionen unseres sozialistischen Jugendverbandes in die Welt zu tragen.
Es ist liegt in der Natur der Sache, bzw. an der Größe der Einwohner:innenzahl, dass Veranstaltungen in größeren) Städten mehr Menschen erreichen und hinsichtlich Organisationsaufwand, Ressourcen und Erfolgschancen sinnvoller scheinen, als weniger besuchte (vermeintlich erfolglose) Veranstaltungen im ländlichen Raum. Es sollte jedoch ein zentrales Anliegen eines Landesverbandes, der zum Großteil vom ländlichen Raum geprägt ist, sein, diesen nicht abzuschreiben, sondern zurückzugewinnen.

Um dieses Ziel zu erreichen, erscheinen folgende Maßnahmen notwendig:
a) Der Landessprecher:innenrat recherchiert, welche vom LSP:R eigens organisierten landesweiten Veranstaltungen in den letzten zwei Jahren
– ausschließlich in den Städten Jena, Weimar und Erfurt stattgefunden haben,
– welche im ländliche(re)n Raum veranstaltet wurden und
– wie groß die finanziellen Aufwendungen jeweils waren.
Darüber informiert der LSP:R die Versammlung zum nächsten Landesjugendtreffen.
Sinn und Zweck dieser Recherche ist,
– festzustellen, wie zentriert die landesweiten Veranstaltungen auf die Städte tatsächlich sind,
– herauszufinden, welche Veranstaltungsarten nur bzw. besser/schlechter in der Stadt bzw. im ländlichen Raum funktionieren und
– die Ausgewogenheit der Verteilung finanzieller Mittel für Veranstaltungen in Stadt und Land zukünftig zu gewährleisten.
b) Die Basisgruppen tragen eigene lokale Veranstaltungsideen für ihre Städte und Regionen bis zur nächsten Sitzung des Basisgruppenrats zusammen. Dort werden die Ideen miteinander geteilt und Erfahrungen ausgetauscht. Dadurch entsteht ein großer Pool an Möglichkeiten und es können unerfahrenere und neue Basisgruppen von erfahreneren lernen. Im Anschluss sollten die Basisgruppen miteinander individuell in Kontakt treten, um gemeinsame Konzepte für ihre Veranstaltungsideen zu entwickeln, die regional beschränkt, oder auch landesweit durchführbar sind.
c) Es gründet sich eine AG „Skillsharing“, die Skills und Wissen von „Wie schreibe ich einen Finanzantrag“ über „Wie erstelle ich einen Social Media Beitrag“ bis hin zu „Wie organisiere ich eine Veranstaltung“ bedarfsorientiert in ausführlichen Skillshare-Veranstaltungen und Workshops vermittelt. Dazu findet die AG geeignete (möglichst ressourcenschonende) Formate, ob in Präsenz oder online; in einer Handreichung oder einem Tages-Workshop. Somit wird der Landessprecher:innenrat, der bisher Skillsharing organisiert und betrieben hat, entlastet und den Basisgruppen kommt eine qualitative, quantitative und bedarfsgerechte Wissensvermittlung zu gute.